Erfahrung schon seit 1983
Für
Mitglieder
gesetzlicher Krankenkassen
bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V
Rehabilitationsbehandlungen
an und für
Patienten mit privater
Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt.
Die Klinik ist auch beihilfefähig.
Zunächst gute Nachrichten für alle Schmerzpatienten
Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der Web-Seite der Bundesregierung mit, dass alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen. Lesen Sie dazu auch einen Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05 und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)).
und jetzt zum Thema:
Diabetische
Polyneuropathie
(diabetische
Polyneuropathien)
Die diabetische Polyneuropathie kann auch als endotox ische (= Gifte die im Körper selbst entstehen) Polyneuropathie bezeichnet werden.
Die diabetische Polyneuropathie ist eine Nervenkrankheit infolge Diabetes mellitus (= Zuckerkrankheit). Diese Nervenerkrankung tritt bei jedem dritten Diabetiker auf.
Die diabetische Polyneuropathie beruht auf einer me tabolischen (= stoffwechselbedingten) Nervenschädigung, dabei blockieren krankheitsbedingt (Diabetes mellitus) anfallende Ketone (= Bezeichnung für Kohlenwasserstoffderivate mit einer oder mehreren Ketongruppen, z.B. CH3-CO-CH3) einen Multienzymkomplex, dessen Ausfall durch Bindung der alpha-Liponsäure zu Einlagerung von Sorbitol in den Zellen führt (intrazelluläres Ödem möglich).
Da diese Ketone Stoffwechselprodukte sind, kann man die diabetische Polyneuropathie auch als metabolische Polyneuropathie bezeichnen.
Die ersten Anzeichen einer diabetische n Polyneuropathie treten hpts. in den Füßen, aber auch Händen auf:
Im fortgeschrittenen Stadium führt die diabetische Polyneuropathie zu brennenden Dauerschmerzen im
Versorgungsgebiet peripherer (= außerhalb Rücken
mark und
Gehirn verlaufender)
Nerven,
Parästhesien (=
Fehlempfindungen),
Hyperästhesien (= gesteigerte Empfindlichkeit für
Sinnesreize) und
Hyperpathien
(= gesteigerte Berührungsempfindlichkeiten), Druckschmerzhaftigkeit
von Ner ven
und Mus keln sowie evtl. motorischen (= die
Muskelfunktion betreffende) Reizerscheinungen, auch
Wadenkrämpfe (Cram pi) (Gerstenbrand
et Rumpl 1988). In schweren Fällen kann es zu motorischen
(= die Muskelkraft betreffenden) Ausfällen mit
Gangstörungen kommen kommen.
Schmerzattacken wie bei einer Neuralgie
sind sehr selten.
Charakteristisch sind socken- bzw. handschuhförmige
Sensibilitätsstörungen (= Störungen der Empfindlichkeit). Der
brennen de Schmerzcharakter kann manchmal zur Verwechslung mit einer
Kausalgie
(komplexes
regionales Schmerzsyndrom Typ II)führen.
Ist das
vegetative Nervensystem geschädigt, kann sich die
Neuropathie
(=
Nervenerkrankung)
durch Veränderungen der Haut und Nägel, vermehrte oder
verminderte Schweißproduktion und Herzrhythmusstörungen
bemerkbar machen.
Eine Sonderform der diabetische n Polyneuropathie stellt das Lundbaek Syndrom dar. Dabei kommt es bei länger bestehendem Diabetes mellitus zu Parästhesie n (= Fehl-, Mißempfindungen), Bewegungsschmerz, intermittierendes Muskel versagen, Muskelsteife und Druckschmerzhaftigkeit im Hand - Unterarm -Bereich (Therapie siehe unten).
Gar nicht so selten tritt bei einer diabetische n Polyneuropathie im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf diabetesbedingt eine arterielle Durchblutungsstörung hinzu, diese Kombination nennt man dann diabetischer Fuß.
Untersuchung:
Die diabetische Polyneuropathie
führt zu Hypo- bis Areflexie (= Abschwächung bis hin zu Ausfall der
Muskeleigenreflexe), Ausfälle im Vibrationsempfinden
(Pallhypästhesie bis hin zu
Pallanästhesie im Stimmgabelversuch) und Störungen der Sudomotorik (=
Schweißverhalten) auf, die von Lähmungen begleitet sein können.
Je
nach Verteilungsmuster unterscheidet man symmetrische und asymmetrische, rein
sensorische (= die Empfindlichkeit betreffende)
oder sensorisch-motorische (= die Empfindlichkeit und
Muskelkraft betreffende) Formen von
Polyneuropathien.
EMG (Elektromyographie)
und NLG (Nervenleitgeschwindigkeit) sichern die Diagnose.
Die Unterscheidung zwischen diabetische r und alkohol ischer Ursache ist häufig anhand der Sudomotorik (= Schweißverhalten) der Füße möglich; sie sind beim Diabetiker meist schilfrig trocken, bei Alkoholmißbrauch nicht selten stark schweißig (Neundörfer 1988).
Kausale (= auf die Ursache gerichtete) Therapie der diabetische n Polyneuropathie:
Symptomatische (= auf die Krankheitszeichen ausgerichtete) Therapie einer diabetische n Polyneuropathie:
Physikalische Therapie:
Eine
Vielzahl von Methoden sind geeignet, das Schmerzbild einigermaßen erträglich
zu halten. Zu erwähnen wären besonders kalte oder warme Wickel, Wechselbäder,
Kneipp`sche Güsse oder eine oberflächliche Kryobehandlung (=
Kältebehandlung) mit Kondensationsdampf aus flüssigem Stickstoff
oder Kaltluftgenerator.
In einigen Fällen kann auch eine Linderung mit
transkutaner Nervenstimulation (TENS) mittels Niederfrequenzgenerator über
Klebeelektroden herbeigeführt werden. Auch die
Hochtontherapie, eine
Weiterentwicklung der klassischen Elektrotherapie, kann Beschwerden infolge von
diabetischer Pol yneuropathie lindern
(http://www.diabetesgate.de/diabetes/2008/hochtontherapie_5781.php)
Neuerdings führen wir auch bei der diabetische n Polyneuropathie im Bereich der unteren Extremitäten (= Beine) zusätzlich mit gutem Erfolg die SynOpsis Therapie durch. Die Unterschenkel des Pat. befinden sich dabei in einem mit Wasser gefüllten Gefäß. Über einen Computer werden der Flüssigkeit Schallwellen einer bestimmten Frequenz pulssynchron (= in Ahängigkeit vom Pulsschlag) zugeführt. Es handelt sich dabei um ein sog. syncardiales (= im gleichen Rhythmus) Gefäßtraining. Durch die Verbesserung der Durchblutung wird der Stoffwechsel der Nervenzellen optimiert. Mehr über diese Therapie erfahren Sie hier: www.1-avk.de (einfach anklicken).
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
bei Polyneuropathie (diabetische):
Wiederholte Nervenblockade
n - Die wiederholte Blockierung (Betäubung) der
korrespondierenden Nervenleitungen mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) hat sich sehr bewährt. Dabei kommt es neben
der (erwünschten) Hemmung der Nozizeption (=
Schmerzreizleitung) gleichzeitig zu einer Blockade vegetativer
(sympathischer) Faseranteile, woraus eine sehr deutliche Mehrdurchblutung
im korrespondierenden Gewebebereich resultiert, die dem gestörten
Nervenzellmetabolismus (= Stoffwechsel der Nervenzelle)
bei Polyneuropathie nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung nicht
nur symptomatisch (= nur auf Krankheitszeichen ausgerichtete), sondern
auch kurativ (= auf
die Ursache ausgerichtet). Die ausgeprägte Mehrdurchblutung
führt auch zu einer Optimierung eines gestörten und
damit potentiell schmerzauslösenden Metabolismus (=
Stoffwechsel) der Nervenzellen. Letztlich handelt es sich also um
eine kausale (= gegen die Ursache gerichtete)
Therapie, eine bessere Therapieoption gibt es derzeit nicht.
Im Bereich der oberen Ex tremitäten
(=
Arme)
(besonders beim Lu ndbaek S yndrom) bietet sich die
Blockade des Plexus brachialis (= großes Armnervengeflecht)
an, optimal
kontinuierlich mit Katheter.
Im Bereich der unteren Extremität
en
(= B eine)
kann, besonders bei distal (= weiter unten)
betonten
Schmerzen, zunächst der
Ischias
nerv wiederholt blockiert
werden. Nach probatorisch guter Wirkung empfiehlt sich zur Durchführung einer
kontinuierlichen (repetitiven) Blockade die
Einpflanzung eines Katheters (*
siehe unten).
Bei den häufig vorkommenden sockenförmigen Beschwerden gilt es
jedoch zu bedenken, daß im Knöchelbereich auch der Nervus saphenus beteiligt
sein kann, der dann in die Blockadetherapie mit einbezogen werden muß. Bei
Beschwerden im Bereich der unteren Ex tremitäten
(= B eine)
kann auch eine niedrig dosierte
peridurale (= rückenmarknahe) Blockade
durchgeführt werden. Dabei gilt, daß eine Therapie mit Leitungsblockaden dann
optimal ist, wenn diese möglichst kontinuierlich durchgeführt werden, d.h.,
die Folgeblockade sollte immer dann gesetzt werden, wenn die vorhergehende eben
abgeklungen ist. Dieser Forderung wird am ehesten die Kathetertechnik gerecht (*
siehe unten). In der Regel reicht eine geringe
Lokalanästhetika-Dosierung aus
(z.B. Bupivacain 0,125 bis 0,15%).
Zur Therapie werden auch Sak ralblockaden (= rückenmarknahe
Blockade durch eine Öffnung im Kr euzbein
hindurch) empfohlen (Kossmann et al. 1988).
Fast regelmäßig kommt es nach einer intensiven Blockadebehandlung auch bei der diabetische n Polyneuropathie zu einer Besserung der Pallästhesie (= Vibrationsempfinden), so daß sich die diesbezügliche Untersuchung zur Objektivierung eines Behandlungserfolges eignet.
Als hilfreich hat sich (zusätzlich) auch eine Infusionsserie mit Lidocain (= ein mittellang wirkendes, örtliches Betäubungsmittel) erwiesen. Dabei werden unter Pulskontrolle (Monitor) in aufsteigender Dosierung jeweils 50, 100 u. 150 mg gelöst in 200 ml Kochsalz 0,9% mit Hilfe einer Infusionspumpe (z.B. Infusomat) innerhalb eine Stunde verabreicht, wobei sicherheitshalber ein Abstand von 24 Stunden zwischen den einzelnen Infusionen eingehalten werden sollte.
Man kann Lidocain (2%ig) auch serienmäßige mittels intraarterieller Injektionen in die A. femoralis (= Spritzen in die Beinschlagader) verabreichen, so z.B. 2 mal täglich 1-1,5ml (= 20-30 mg) im Abstand von 10-12 Stunden über 10 Tage. Dabei gelangt das örtliche Betäubungsmittel über die sog. Endstrombahn auch auf die venöse Seite und führt auch dort zu der gewünschten Gefäßerweiterung bei gleichzeitiger Schmerzlinderung. Selbst wenn die Blutader nicht genau getroffen wird, tritt trotzdem eine gefäßerweiternde Wirkung ein, da um das Blutgefäß herum sympathische (= Teil des unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nervenfasern verlaufen. So wird z.B. in der Neuraltherapie aus diesem Grunde bewußt um das Gefäß herum infiltriert.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade eines Nerven mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an den betroffenen Ner ven oder das betroffene Nervengeflecht eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels in den Katheter auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.
Bestehen diabetische Polyneuropathien bzw. der dadurch verursachte Nervenschmerz längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen, hilfreich ist auch ein Schmerzbewältigungstraining.
Hier gelangen Sie zu weiteren Formen von Polyneuropathien :
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
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Aktualisiert: >22.04.2009</>
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